„Das Landesmuseum Mainz zeigt erstmals die gesamte Pracht der römischen Mosaike und ermöglicht uns, tief in die faszinierende Welt der römischen Kunst und Geschichte des römischen Mogontiacum einzutauchen. Die Mosaike geben spannende Einblicke in die römische Geschichte und sind ein hervorragendes Beispiel für die römische Präsenz in Mainz. Die Mosaike zeichnen dabei ein neues Bild des römischen Mogontiacum und erinnern daran, wie tief die römische Geschichte in der gesamten Region verwurzelt ist“, so Minister Michael Ebling.
Durch wissenschaftliche Analysen, den Vergleich mit bekannten Orpheus-Mosaiken und die Entdeckung des symmetrischen Aufbaus der Ornamente hätten Expertinnen und Experten das unvollständige Mainzer Mosaik rekonstruieren können. So seien die fehlenden Teile des Orpheus und seiner umgebenden Tierwelt ergänzt und bildlich umgesetzt worden.
„Nach der Aufarbeitung weiterer Mainzer Mosaikreste werden wir diese prachtvollen Exponate in den nächsten Monaten im Marstall des Landesmuseums sukzessive der Öffentlichkeit präsentieren“, erläuterte die Generaldirektorin der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), Dr. Heike Otto, die Ergänzung der Altbestände durch Neufunde der letzten Jahre. „Die ornamental und figürlich verzierten Mosaike sind nicht nur ein Hingucker, sondern verraten auch neue Erkenntnisse zur Stadt-Topographie des römischen Mainz und werfen damit zugleich ein ganz neues Licht auf die zivile Siedlung eines der wichtigsten militärischen Standorte der römischen Zeit am Rhein“, so Stephanie Metz, Leiterin der Landesarchäologie, Außenstelle Mainz.
Zum Auftakt wird das Orpheus-Mosaik vorgestellt. „Das beeindruckende Mosaik, das die griechische Sagengestalt Orpheus bei seinem Trauergesang um seine verstorbene Gattin Eurydike darstellt, wird einen dauerhaften Platz in unseren Räumen finden“, freute sich die Direktorin des Landesmuseums Mainz, Dr. Birgit Heide. Das Mosaik stammt aus dem 3. Jahrhundert nach Christus und erstreckte sich ursprünglich auf eine Fläche von etwa sechs mal sechs Metern, von der heute noch gut ein Drittel erhalten ist. Im Mittelmedaillon ist der namensgebende antike Sänger Orpheus mit einem Saiteninstrument, der sogenannten Kithara, abgebildet. Verschiedene Tiere und geometrische Figuren begleiten die zentrale Szene des mehr als 320.000 Steine zählenden Mosaiks.
Die gefundenen Mosaikreste wurden in den Werkstätten des Rheinischen Landesmuseums in Trier restauriert. Die vollständige Rekonstruktion erfolgte anschließend in der archäologischen Denkmalpflege in Mainz. Ermöglicht wurde die Rekonstruktion maßgeblich dank der finanziellen Unterstützung der Gerd und Margarethe Krämmer-Stiftung, die damals mit 40.000 DM fast die Hälfte der für Restaurierung und Rekonstruktion erforderlichen Summe zur Verfügung stellte.
Durch das gemeinsam von Landesarchäologie und Landesmuseum Mainz durchgeführte Projekt findet das Orpheus-Mosaik nun seinen endgültigen Platz im Landesmuseum Mainz.